Unser Haus erzählt … Teil 1 – Wie alles begann

Wer heute bei uns in der Gaststube sitzt, ahnt wahrscheinlich nicht,
wie weit die Geschichte dieses Hauses zurückreicht.

In einer alten Häuserchronik von Oberndorfdrei alte Säcke finden sich Spuren, die uns mehr als 300 Jahre zurückführen.
Bereits 1671 ist an dieser Stelle eine sogenannte „Brandstatt“ erwähnt.
Hans Henninger, ein Zimmermann, kaufte sie damals für 120 Gulden – mit dem Vorhaben,
dort ein Brauhaus zu errichten.

Einige Jahrzehnte später wird es konkreter: 1703 wurde hier ein Brauhaus errichtet.
Und spätestens 1722 wurde nicht nur gebraut, sondern auch ausgeschenkt.
In der Chronik ist ausdrücklich von „Brauhaus und Schenke“ die Rede. Georg Kreuzer übernahm beides damals für 750 Gulden.

Damals war ein Gasthaus noch etwas ganz anderes als heute. Bier wurde nicht einfach bestellt und getrunken – es wurde
gebraut, gelagert und ausgeschenkt.
Zum Anwesen gehörten neben Wohnhaus und Wirtschaft auch Scheune, Stall, Hofraum und Garten.
Das Haus war damit nicht nur Wohnort, sondern ein landwirtschaftlicher und gewerblicher Mittelpunkt.

Familienportrait 1912

Damit beginnt eine Geschichte, die bis heute weitergeht.
Besitzer wechselten, Generationen kamen und gingen, das Haus wurde
umgebaut und erweitert – doch eines ist über die Jahrhunderte
erstaunlich beständig geblieben:

Menschen kommen hier zusammen, trinken etwas, essen, erzählen
und verbringen gemeinsam ein paar schöne Stunden.

Eigentlich hat sich in über 300 Jahren also gar nicht sooo viel verändert.

Fortsetzung folgt nächsten Monat…
Im nächsten Teil machen wir einen großen Sprung ins 19. Jahrhundert – und begegnen einem Namen,
der auf einem unserer alten Hopfen-Säcke bis heute erhalten geblieben ist: J. G. Stellwag.